Personal tools
You are here: Home Service Ausbildung Unterrichtsentwurf
Document Actions

Vereinbarungen zum schriftlichen Unterrichtsentwurf

by webmaster last modified 11.11.2010 17:38 Uhr

Grundsatzvereinbarung zur Erstellung eines Unterrichtsentwurfes für einen Unterrichtsbesuch nach § 7 APVO-Lehr mit Stand November 2010.

 

1.   Begründung für die schriftliche Vorbereitung:

 Der Entwurf hat dienende Funktion:

  • Er dient der Lehrkraft im Vorbereitungsdienst (LiV) als Erinnerungsstütze und Selbstkontrolle, ordnet und strukturiert die Vorüberlegungen in einer möglichst praktikablen Form.
  • Er informiert in übersichtlicher Form Hospitierende über die wesentlichen Vorüberlegungen und dient als Basis für die Reflexion und Auswertungsgespräche.
  • Er dient Beurteilenden gegenüber als Legitimation und Nachweis für die Erfüllung gestellter Aufgaben.


2.  Rechtliche Vorgaben

APVO §7 (8)

Jede und jeder Ausbildende besucht die LiV im Ausbildungsunterricht. An mindestens einem Unterrichtsbesuch pro Fach nehmen die Ausbildenden für das jeweilige Fach und für Pädagogik gemeinsam teil.

APVO DB zu § 7; 4.7

Der Ausbildungsunterricht ist schriftlich vorzubereiten; die schriftliche Vorbereitung ist auf Verlangen vorzulegen.

APVO DB zu § 7; 5 „Gemeinsame Unterrichtsbesuche“:

5.1 Zur Beratung der LiV führen die oder der Ausbildende des pädagogischen Seminars und die oder der für das jeweilige Fach zuständige Ausbildende gemeinsam mindestens einen Unterrichtsbesuch durch. Die Leiterin oder der Leiter des Studienseminars und die Schulleiterin oder der Schulleiter können anwesend sein; findet der gemeinsame Unterrichtsbesuch im betreuten Unterricht statt, soll die für den Unterricht verantwortliche Lehrkraft anwesend sein. Außerdem sollen nach Möglichkeit Auszubildende teilnehmen, die in demselben Fach ausgebildet werden.

5.2 Zeitpunkt, Klasse / Lerngruppe, Fach und die jeweilige Aufgabe bestimmen die Ausbildenden im Benehmen mit der Schule und den LiV.

5.4 Der Unterricht wird unter dem Vorsitz der Leiterin oder des Leiters des pädagogischen Seminars mit den LiV besprochen. Qualität und Mängel des Unterrichts sind eingehend unter Berücksichtigung des Kompetenzzuwachses zu erörtern. Eine Benotung findet nicht statt.

5.5 Über die Besprechung wird eine Niederschrift angefertigt; sie ist von beiden Ausbildenden zu unterschreiben. Sie bleibt mit dem Unterrichtsentwurf bei den Ausbildungsakten des Seminars. Ein Exemplar der Niederschrift ist der LiV innerhalb von zwei Wochen nach dem Unterrichtsbesuch zur Verfügung zu stellen.

 

3.  Grundsätze:

  • Es gibt kein didaktisches Modell, das für alle Beteiligten optimal ist. Strukturierungsvorschläge können für die praktische Unterrichtsvorbereitung jedoch hilfreich sein.
  •  Für „gemeinsame Unterrichtsbesuche“ sollte die schriftliche Vorbereitung in Anlehnung an §9 und §14 auf höchstens 6 Textseiten (Arial, Schriftgröße 11, 1,5-zeilig) beschränkt sein.

 

Daraus ergibt sich:

  • In jeder schriftlichen Vorbereitung nach § 7 müssen alle Aspekte bedacht werden. Das erfordert eine zusammenfassende, aber dennoch informative Darstellung, die sich auf die Einzelstunde beschränken sollte.
  • Für die Einordnung in die Einheit genügt ein tabellarischer Überblick, in dem die heutige Stunde markiert ist.
  • Die LiV sollte ermutigt werden, eigene Akzente und Schwerpunkte zu setzen; sie sollte sich um klare und unmissverständliche Formulierungen bemühen.

 

4.        Inhalte

4.1     Zielbeschreibung - Für alle Fächer mit Kerncurriculum / Curricularen Vorgaben gilt:

Für jede Stunde soll zunächst der Kompetenzbereich angegeben werden, dem die Stunde zuzuordnen ist (zu finden in den Kerncurricula).
Anschließend wird der erstrebte Lernzuwachs (früher Stundenziel) beschrieben.
Statt einzelner Teilziele heißt es dann: im Einzelnen:

 

Beispiel: (Fach Deutsch)
Thema der Stunde: Inhaltsangabe der Erzählung XY
Kompetenzbereich: Lesen; literarische Texte verstehen und nutzen
Lernzuwachs: Die SS erschließen den zentralen Inhalt des Textes XY

Im Einzelnen:

  • sie erkennen die Haupt- und Nebenhandlung
  • sie gliedern die Haupthandlung in das Geschehen „früher“ und „jetzt“
  • sie fassen den wesentlichen Inhalt der Haupthandlung zusammen


4.2     Eine Skizzierung der Klassensituation

Es gilt:

  • Beschreibung des „Ist-Zustandes“ bezogen auf die konkrete Stunde; kurz, präzise, deutlich strukturiert,
  • Konsequenzen für die heutige Stunde.

 

Inhalt:

1. Statistische Angaben:

Zahl der Schüler, Jungen/Mädchen

Muttersprache/ Alter nur: wenn abweichend

Unterricht der LiV in dieser Klasse: seit wann? Wochenstunden?

Betreuter Unterricht oder eigenverantwortlicher Unterricht?

Zusammensetzung der Lerngruppe, wenn nötig (Wahlpflichtkurs, klassenübergreifender Unterricht usw.)

2. Sozialverhalten

Besonderheiten, Hinweis auf besondere Problemschüler; die für die heutige Stunde von Bedeutung sind, Erläuterungen mündlich

3. Arbeitsverhalten

Lernbereitschaft und Leistungsfähigkeit

4. Lernausgangslage;

(hier evtl. Verweise auf didaktische und methodische Überlegungen)

Vorwissen

Methodenkenntnisse (fachspezifische Arbeitsweisen)

Räumliche Voraussetzungen, falls bestimmend für die heutige Stunde


4.3  Nicht alle Stunden erfordern ausführliche schriftliche Überlegungen zur Sache. Wichtig sind Informationen zum Verständnis der didaktisch-methodischen Konzeption der Stunde.

4.4     Didaktische Überlegungen sollten so ausführlich wie nötig und so knapp wie möglich

  sein.

Hier müsste(n):

  • die Auswahl des Inhalts legitimiert werden (nicht nur durch RRL/KC/CuVo, auch Schülerinteresse und Lehrerinteressen, Entwicklung von Ich-, Sach- Sozialkompetenz ...),
  • eine deutliche Schwerpunktsetzung vorgenommen werden,
  •  falls nötig, eine didaktische Reduktion des Themas begründet werden,
  • eine Analyse der Arbeitsmittel / Medien erfolgen, wenn über sie wesentliche didaktische Intentionen realisiert werden

 

4.5     Methodische Überlegungen könnten sich bei entsprechend detaillierter Darstellung des geplanten Stundenverlaufs darauf beschränken, grundlegende Entscheidungen zu begründen:

  • Form der Eröffnung
  • Wahl der Sozialform in bezug auf die beschriebene Klassensituation
  • mögliche Alternativen für bedeutsame Phasen im Lernprozess
  • lernpsychologische Überlegungen.

 

4.6     Verlaufsplanung

Es gibt keine vorgeschriebene Form. Die gewählte Form sollte den Verlauf nicht zu kleinschrittig darstellen. Die LiV sollte die Form wählen, die ihrer Arbeitsweise am meisten entspricht.

Ein Beispiel:

 

Zeit

Phase

geplantes

Lehrerverhalten

oder
Unterrichtsschritte

erwartetes   

Schülerverhalten

didaktisch- 

methodischer

Kommentar

(nur bei „kleinen“ Entwürfen)

Medien / Sozialform

 

4.7     Anlagen

  • Angabe der benutzten Hilfsmittel / benutzte Literatur (Quellen korrekt zitieren!)
  • geplante Tafelbilder, evtl. Sitzplan
  • alle Arbeitsblätter, Texte, Bilder

 

5.        Differenzierung - Anforderungen an die Entwürfe der LiV

Zusammenfassung der Gruppenarbeitsergebnisse in der Dienstbesprechung am 15.10.2007

1)      Das zentrale Anliegen der Beschreibung der Lernausgangslage ist die Ermittlung der vorhandenen Kompetenzen. Der in dieser Stunde angestrebte Lernzuwachs muss daran anknüpfen. Aus der beschriebenen Lernausgangslage ergibt sich das Differenzierungsangebot; die Umsetzung wird in den methodischen Überlegungen beschrieben. 

2)      In der Sachanalyse erfolgt eine Definition der Sache der Stunde. Die Anforderungen bezogen auf die aufzubauenden Kompetenzen sind zu benennen:
Auf welche Ebenen zielt die Darstellung der Sache? (z.B. sprachliches Denken, Kommunikationsfähigkeit, Informationsentnahme aus Texten, Denken in Modellen). Mögliche Lernschwierigkeiten, die sich aus der Struktur der Sache ergeben, müssen antizipiert werden.

3)      Prinzipien für eine sinnvolle Differenzierung:

Der Unterricht muss allen Schülerinnen und Schülern einen Lernzuwachs und eine Kompetenzerweiterung ermöglichen. Fördern heißt auch fordern: Eine Unterforderung ist zu vermeiden, auch leistungsschwächere Schüler und Schülerinnen müssen Leistungen erbringen und sich anstrengen. Die benannte Kompetenz muss von allen Schülerinnen und Schülern - auf verschiedenen Niveaustufen – durch den geplanten Lernprozess aufgebaut werden können. Es kann sinnvoll oder auch notwendig sein, differenzierte Ziele auszuweisen. Der Aufwand für Differenzierung muss angemessen sein.

Differenzierungsmöglichkeiten:

a)      auf der Ebene der Niveaustufen des Inhalts (qualitative Differenzierung)

b)      nach Lerntempo (quantitative Differenzierung)

c)      nach Lernkanälen

d)      Differenzierung in Eigenverantwortung der Schüler

 

6.        Abgabe des Entwurfs

Der Entwurf sollte am Vortag bis spätestens 16 Uhr bei dem Fachseminarleiter und dem PS-Leiter (2 Exemplare!) eingegangen sein. Fax und Email-Zusendung sind möglich.

 

Ein Muster für ein Deckblatt als WORD-Datei, die Sie verwenden können, erhalten Sie über diesen Link: Anlage: Muster-Deckblatt


Powered by Plone CMS, the Open Source Content Management System

This site conforms to the following standards: